Gerhard Göschel zu seiner Ausstellung 1997:
"Ich werde am 23.Mai in der Gänsemarktpassage
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Eins von vier Kalmengürtelsegmenten
1997, 210 x 550 x 300 cm, Holz / Glasgewebe verleimt
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ausstellen im Rahmen des Art-Projektes. Die Gänsemarktpassage bietet dem Künstler
gute Konditionen. Dies ist erwähnens- und lobenswert, denn es wird in Zeiten knapper
öffentlicher Kassen für Künstler zunehmend schwerer geeignete Ausstellungsräume zu finden,
zumal wenn sie Objekte meiner Größenordnung bauen.
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Kalmengürtelsegmente
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Es soll schon vorkommen, dass Künstler, um ausstellen zu können, Raummieten zahlen müssen.
Aber nicht nur der guten Konditionen wegen, auch ansonsten ist es ein guter zentraler
Ort und es hat mich sogleich gereizt, diesen interessanten Raum unter dem großen
Glasdach zu bewältigen. Deshalb werde ich im Wesentlichen auch keine schon vorhandenen
Objekte ausstellen - mit einer Ausnahme [ungewollte Selbstzerstörung; 1990; 243 x 122 x 136;
Holz, Glasgewebe verleimt, Modeliermasse]-
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Ungewollte Selbstzerstörung
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sondern ich habe für diesen Ort eine neue
Arbeit konzipiert und gebaut. Sie trägt den Titel "Kalmengürtelsegmente".
Kalmengürtel heißen in der Meteorologie die Gebiete häufiger Windstillen, die sich
ringförmig um die Erde ziehen. Sie stehen für ein planetumgreifendes Moment des
Innehaltens in unserer hektischen von Beschleunigung geprägter Zeit.
Es ist eine Aufforderung, innezuhalten und nachzudenken, auch über die Forschrittsgläubigkeit
und ständige Verfügbarkeit aller Dinge.
Damit wird dieses Objekt gewissermaßen kontrapunktisch an meine früheren Arbeiten
zum Gleichnis des "Engel der Geschichte" von Walter Benjamin anschließen. [ ... ]
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Kalmengürtelsegment
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Ich bin also auch hier, bei meiner neuen Arbeit "Kalmengürtelsegment", meiner
Thematik treu geblieben. Hier sind es Objekte der Windstille, aber auch sie enthalten
schon den möglichen Sturm.
Mitten in der Betriebsamkeit der Großstadt scheinen sie mir ein guter Gegensatz zu sein.
Ich selbst bin gespannt, wie sie in der Gänsemarktpassage wirken werden."
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